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Körperliche Voraussetzungen - Chance oder Sackgasse?

Aktualisiert: 15. Jan. 2022

Gelangt ein Kind im Sport an einen Punkt, an dem der Entscheid ansteht, ob es Richtung Leistungssport gehen möchte, kommt irgendwann die Frage auf, ob nebst den mentalen auch die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, in einer Sportart auf höherem Niveau eine Chance zu haben.


Diese Frage zu beantworten, ist gerade bei heranwachsenden Kindern sehr schwierig. In vielen Kaderselektionskriterien fliessen jedoch bereits ab einem jungen Alter ‚körperliche Voraussetzungen’ zu einem gewissen Prozentsatz in die Gesamtbewertungen ein. So wird zum Beispiel beim Kunstturnen eine vermeintlich kleine Erwachsenengrösse mehr favorisiert, oder beim Balletttanzen ist eine schlecht aussenrotierbare Hüfte oft ein Negativkriterium. Die entsprechenden Bewertungen sind zwar, wenn überhaupt, nur marginal selektionsrelevant und wer gute Leistungen in seiner Sportart bringt, wird eine Kaderselektion auch ohne die sozusagen ‚optimalen Körpervoraussetzungen’ schaffen. Doch ein solches Kind ist in seiner Sportlaufbahn unvermeidbar irgendwann mit gewissen Bemerkungen über seinen Körper konfrontiert, entspricht es nicht den ‚Idealmassen’ für seine Sportart. So hört der kleine dünne Eishockeyspieler permanent, er müsse zunehmen und die vielleicht frühentwickelte rhythmische Gymnastin sie müsse eine Diät machen.


Gibt es den perfekten Körper für eine bestimmte Sportart? Wer definiert die vermeintlich ‚optimalen’ Voraussetzungen? Vor abgeschlossener Pubertät ist es auf jeden Fall fast unmöglich, verlässlich vorauszusagen, wie sich ein Kind körperlich entwickeln wird und der Erwachsenenkörper mal aussieht. In diesem Alter sollte der Fokus auf eine sportlich umfassende Betreuung stehen und das Weitere abgewartet werden. Der Sport sollte auch im Leistungssportsektor noch primär Spass machen und Leidenschaft sein.


Als Sporteltern ist man angehalten, das heranwachsende Kind und Jugendliche vor allfällig verbalisierter Kritik an seinem aktuellen Körperstatus durch das Trainerumfeld oder Teammitglieder zu schützen.

Wenn im Verlauf persönliche Ziele Richtung Profisport oder internationalen Spitzensport gehen und die Pubertätsentwicklung abgeschlossen ist, ist der Zeitpunkt gekommen, die Situation nochmals zu evaluieren. Wo in Mannschaftsportarten verschiedene Körpertypen in einem Team möglich sind, um sich gegenseitig zu ergänzen, ist es in gewissen Einzelsportarten als junger Erwachsener sehr viel schwieriger, mit suboptimalen Körpervoraussetzungen längerfristig verletzungsfrei und international erfolgreich zu sein. Doch auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die Regel!



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