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Mut für Urlaub - Warum Trainingspausen so wichtig sind

Familienferien planen mit Sportkindern ist gelinde gesagt oft nicht immer ganz einfach, wenn nicht gar eine an Spontanität und Flexibilität nicht zu überbietende organisatorische Meisterleistung. Je intensiver das Trainingspensum, je mehr das Kind sich Richtung Leistungssport orientiert, umso schwieriger wird das Planen gemeinsamer Familienferien. Da gibt es Trainingspläne und Trainingslager, Turniere und Wettkämpfe, die auf Urlaube fallen, Kadertreffen oder Leistungstests irgendwelcher Art, welche es zu berücksichtigen gilt. Zudem müssen Bedürfnisse und Wünsche aller Familienmitglieder irgendwie unter einen Hut gebracht werden. Nebst planerischer Schwierigkeit gesellt sich oft die Besorgnis dazu, sei es seitens des Kindes oder auch der Eltern, dass durch das Weglassen von Trainingsmöglichkeiten dem Kind im Sport Nachteile entstehen im Vergleich zu seinen Teamkollegen*innen oder Wettkampfpeers - oder die Trainerperson macht Druck und möchte die Kinder am liebsten die ganzen Ferien durch im Training sehen. Wie soll man als Eltern damit umgehen?


Aus sportärztlicher Sicht kann ich hierzu nur dringend anraten: Gönnen Sie sich und Ihrem Kind auf jeden Fall mehrere Pausen pro Jahr! Ferien und Pausen müssen dringend eingeplant werden, sowohl für Körper und Psyche! In den Ferien hat der Körper Zeit zu regenerieren, der Alltagstrott wird durchbrochen, und dadurch wird einer Monotonie der Belastung, mit daraus möglichen Überbelastungsverletzungen entgegengewirkt. Die Kunst des Trainings besteht nicht darin, immer noch mehr zu trainieren, sondern den Körper mit immer wieder neuen Anreizen zu stimulieren. Ist das ganze Jahr über das Trainingssetting immer gleich und die Trainingsbelastung immer hoch, verkleinert sich der Mehrwert einer zusätzlichen Trainingswoche.


Die Geheimformel heisst: Wechsel zwischen Intensität und Pause. Irgendjemand trainiert immer irgendwo noch mehr, darum besser sich niemals mit andern Eltern und Sportfamilien vergleichen. Jede Familie ist anders. Hier ist es ganz wichtig, bei sich selber zu bleiben und zu schauen, dass man für sein Kind und seine eigene Familie das macht, was für einem stimmt und dabei auch mal egoistisch ist und seine Familienbedürfnisse wahrnimmt und Ferien einfach nimmt!


Freizeiterlebnisse und soziale Interaktionen und sei es auch nur die Trainingsabsage für eine Geburtstagsfeier, sind unendlich wichtig, denn man sollte nie vergessen: nebst Training hat jedes Sportkind auch eine anspruchsvolle psychosoziale und körperliche Reifung zu durchlaufen. Zur Bewältigung dieser Aufgabe kann in Ferien und Trainingspausen der dazu dringend benötigte Freiraum geschaffen werden.




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