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Sport und Identitätsentwicklung




Gerade Leistungssportler*innen brauchen ein stabiles Ich, eine klare Identität, damit sie zum Beispiel auch bei Niederlagen ihr Gleichgewicht behalten können. Eine solche Identität besteht aus mehreren Identitäten und darf nicht alleine auf der Sportleridentität beruhen. (Vgl. Blog Selbstbewusstsein). Stärken sie ihr Kind auch bewusst in seinen schulischen und sozialen Fähigkeiten. Die Ursachen von extremer Nervosität, sowie von Minderwertigkeitsgefühlen oder zu schneller Resignation haben oft ihre Ursache in Störungen der Identitätsentwicklung. Denn wenn das Kind nur als Sportler/Sportlerin genügen kann, wird es alles tun, um dort erfolgreich zu sein. Für uns Eltern heisst das klar und deutlich: Die Frage. „ Wer bin ich“? darf nicht durch die sportliche Leistungsfähigkeit alleine beantwortet werden.

Andererseits ist natürlich gerade der Sport ein stabilisierender Faktor in der Lebensbewältigung der Jugendlichen. An der Schwelle zum Erwachsenenalter steht der Jugendliche vor der Herausforderung seinen Sport in seine sich oftmals neu formende Lebenswelt zu integrieren. Es werden dann Fragen gestellt wie: Welchen Sinn macht mein Sport? Wer bin ich als Sportler*in? Ist es sinnvoll so viele Zeit zu opfern? Tauchen diese Fragen auf, ist das Umfeld oft schockiert, wieso zweifelt er/sie plötzlich, warum denkt er/sie gar ans Aufhören? Viele Eltern werten diese Fragen als Motivationsprobleme und geben ihr Bestes um wieder Schub in den Sportalltag zu bringen. Wichtig wäre aber bei solchen Fragen vor allem hinzuhören und dem Kind ein empathischer Gesprächspartner zu sein, denn auch der Sportler/die Sportlerin muss seine/ihre Identität entfalten. Dies geschieht mit der Auseinandersetzung mit seiner/ihrer Rolle als Sportler*in. Ein stabiles Selbstbewusstsein als Sportler*in ist vor allem dann möglich zu entwickeln, wenn die soziale Identität mit der persönlichen Identität in Einklang gebracht werden kann. Die Jugendlichen dürfen nicht das Gefühl haben nur den Ansprüchen andere entsprechen zu müssen (soziale Identität), sondern die Freiheit zu haben das eigene Verhalten selbstbestimmt lenken zu können? (Persönliche Identität). Wichtig für die Jugendlichen ist, dass sie einen Freiraum für eigenständige Entscheidungen zugesprochen bekommen, denn gerade das ist im Leistungssport oftmals nur eingeschränkt gegeben.

Wenn Eltern diese Freiräume der Entscheidungsfindung der Kinder zu sehr einschränken, wenn zum Beispiel Aufhören gar keine Option ist, kann es auch zum unreflektierten Ausstieg aus dem Sport kommen, sozusagen als Trotzreaktion. Die Rolle der Eltern sollte nun also sowohl sein, den Jugendlichen zu helfen diese Freiräume der Entscheidung zu behalten, als auch ihnen zuzuhören, wenn sie ihre Fragen der Identitätsfindung formulieren.

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