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Zwischen Helikopter und U-Boot- Eltern



Welches Elternverhalten ist für Kinder im Sport förderlich ? Für Kinder ist regelmässiges Sport treiben, geschweige denn das Einschlagen einer Karriere im Leistungssport ohne die Unterstützung der Eltern kaum denkbar. Strittig scheint aber, in welcher Rolle Eltern die Sportkinder am Besten voran bringen. Zwischen den nie auftauchenden U-Boot Eltern und den „helicopter parents“, die jeden Schritt ihres Kindes kontrollieren und buchstäblich über ihnen kreisen, liegen viele unterschiedliche Varianten, das Sportelterndasein zu leben. Es sollen hier nicht verschiedene Elternrollen aufgeführt werden, sondern aus Sicht der Kinder gefragt werden, welches Elternverhalten förderlich ist, und insbesondere, was sich Nachwuchsportler*innen von ihren Eltern wünschen. Es liegen bislang nur wenige Studien dazu vor. Die hier zusammengetragenen Äusserungen stammen aus meiner Praxis als Mentalcoach mit Kindern und Jugendlichen und wurden demnach nicht empirisch erhoben. Der Erwartungsdruck vieler Eltern ist sehr hoch – oft bekomme ich von Kindern und Jugendlichen erzählt: „Wenn ich nicht gewinne, sind meine Eltern sauer oder traurig.“ Auch höre ich, dass dann damit gedroht wird, Trainings nicht weiter zu finanzieren. Setzten Sie sich also ehrlich mit dem Thema ihrer Erwartungen auseinander, denn Kinder spüren auch den nicht ausgesprochenen Druck. Koppeln Sie Belohnungen nicht an einen konkreten Erfolg. Aussagen wie: „Wenn Du diese Zeit unterbietest, bekommst Du 50 Franken!“, motivieren nur kurzfristig. Es stellt sich immer wieder klar heraus, dass Kinder keine taktischen und technischen Hinweise von den Eltern erwarten, da diese dem Trainer vorbehalten sind. Eine Ausnahme sind hier vielleicht die Eltern, die früher den gleichen Sport getrieben haben, aber gerade das ist heikel, weil sich dann viele Athlet*innen minderwertig fühlen. „So gut wie mein Vater kann ich eh nicht werden.“, höre ich genauso wie die Antwort: „Ja leider!“, auf die Frage: „Kommst Du aus einer Schwimmerfamilie?“ Ausserdem schätzen die jungen Athlet*innen, wenn sich Eltern in ihrem Feedback mehr auf die Einstellung und das Bemühen konzentrieren, als auf das Abschneiden im Wettkampf. Eine Aussage eines jungen Fussballers hierzu: „Ich würde mir wünschen, dass die Eltern nicht schimpfen, wenn ich mal schlecht gespielt habe!“. Eine jugendliche Reiterin weiter: „Das Nachfragen der Eltern nach den Fehlern nervt, das will und kann ich in dem Moment nicht erklären.“ Oftmals fühlen sich die Athlet*innen von der sicher nett gemeinten Aussage: „Dabei hast Du so viel Talent…“ unter Druck gesetzt. Denn Talent verpflichtet - und wird von den Kindern dann als Last empfunden, was sich in Aussagen wie: „Ich kann doch auch nichts für mein Talent.“, niederschlägt. Eltern sollten sich bemühen, in ihrem Feedback konstruktive Anweisungen zu geben, die auch umsetzbar sind. Konzentration sei etwas schlechtes dachte ein jüngeres Kind, denn immer wenn es beim Kämpfen Fehler mache, sage die Mutter: „Jetzt konzentriere Dich doch mal!“

Die Nervosität der Eltern ist für ihre Kinder auch sehr belastend: Oft höre ich: „Ich bin gar nicht nervös, sie sollten mal meine Mutter coachen. Dass wir Eltern mitfiebern, ist in der Tat ganz normal, aber setzen Sie sich mit ihrer Nervosität auseinander und eignen sich eine Beruhigungstechnik an. Im Kanalisieren der Nervosität hilft oft frenetisches Mitfiebern. Während das Anfeuern von einigen Kindern als sehr positiv kategorisiert wird, wird es von anderen als störend gewertet. Generell zeigt sich, dass Kinder sehr gut wissen, was sie von den Eltern erwarten, daher fragen Sie sie doch einfach!

Lektorat Friederike Dechow

Zum Weiterlesen: https://www.dshs-koeln.de/fileadmin/redaktion/Institute/Psychologisches_Institut/Lautenbach___Lobinger_-_Eltern_im_Leistungssport_Kopie.pdf

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